Der gedachte Krieg - Vom Wandel der Kriegsbilder in der Bundeswehr

Forum Museum
General a.D. Klaus D. Naumann und der Historiker Dr. Klaus Naumann im Gespräch mit Oberstleutnant Dr. Florian Reichenberger (Militärhistoriker, Autor)
Moderation: Prof. Dr. Michael Epkenhans (Leitender Wissenschaftler des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr)
Montag, 21. Januar 2019, 18 Uhr

Im schwelenden Ost-West-Konflikt sah sich die Bundeswehrführung mit der Frage konfrontiert, wie nach dem 2. Weltkrieg der nächste Krieg aussehen könnte. Einen diabolischen Fingerzeig hatten die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gegeben. In seinem "Der gedachte Krieg" zeigt der Militärhistoriker Florian Reichenberger den Einfluss von Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik auf die Vorstellung vom "Dritten Weltkrieg". Zugleich fragt Reichenberger, wie sich die Kriegsbilder und Denkmuster in der westdeutschen Militärelite veränderten. Ein prominenter Vertreter diese Militärelite wird das Buch an diesem Abend mit einem kritischen Begleiter aus dem Bereich Geschichtswissenschaft diskutieren.

General a.D. Klaus Naumann war von 1991 bis 1996 Generalinspekteur der Bundeswehr und hatte anschließend bis 1999 den Vorsitz des NATO-Militärausschusses inne. Dr. Klaus Naumann ist Historiker und war lange Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung.


Okkupation - Über die Vereinnahmung von Kunst und Geschichte
Konzert des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik und Assimilation Process mit Neuinterpretationen von Werken Dimitri Schostakowitschs und Samuel Barbers

Montag, 4. Februar, 19 Uhr

Kunst wie auch Geschichte sind hart umkämpfte Felder. Bester Beispiel: der 13. Februar in Dresden. Längst hat sich dieser Tag vom Gedenk- zum Kampftag um das "richtige Gedenken" gewandelt, bei dem es darum geht, das Feld der Geschichte zu okkupieren, um die Deutungshoheit über ein historisches Ereignis zu erlangen.

Zusammen mit Assimilation Process, einem gestandenen Produzenten elektronischer Musik, reflektieren Schülerinnen des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik solche Okkupation von Geschichte mit der Neuinterpretation von Samuel Barbers "Adagio for Strings" und Dimitri Schostakowitschs "Streichquartett Nr. 8".
Beide Stücke gelten als Klassiker der Erinnerungsarbeit. Sie thematisieren Krieg, Trauer und das Gedenken an die Toten. Zugleich stehen sie für die Möglichkeit und Unmöglichkeit, dass Künstler gegen Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen ihrer Werke intervenieren.

In Kooperation mit dem Sächsischen Landesgymnasium für Musik und Kultopia Dresden