Wann begann der Zweite Weltkrieg?

Montag, 9. September, 18 Uhr
Forum Museum

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Bernd Wegner, Historiker, Hamburg

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Was eine unumstößliche Tatsache zu sein scheint, wirft bei näherem Hinsehen doch eine Reihe von Fragen auf. Dabei zeigt sich, wie sehr unser Blick auf den Zweiten Weltkrieg bis heute von den Ereignissen allein im europäisch-atlantischen Raum und vor allem von der deutschen Kriegführung bestimmt ist. Tatsächlich aber war dieser Konflikt ein globales Geschehen und damit weit mehr als nur Hitlers Krieg. Was aber bedeutet das in Hinblick auf die Frage: Wann begann das alles?
Der renommierte Historiker und Spezialist für die militärische Geschichte des Zweiten Weltkriegs Bernd Wegner bietet eine der breiten Öffentlichkeit noch kaum bekannte globale Perspektive auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Eine Perspektive, die immer noch dominante nationale und disziplinäre Sichtweisen überwinden hilft zugunsten von internationalen Blickwickeln und interkulturellen sowie internationalen Vergleichen.


Balkan, Hindukusch, Sahara. Endlose Konflikte, fragile Welt und die Auslandseinsätze der Bundeswehr

Montag, 30. September, 18 Uhr
Forum Museum

Zu Gast: Bigadegeneral Mirow, ehem. Force Commander EUTM Mail
Moderation: Oberst Dr. Armin Wagner, Direktor MHM

Mali ist so groß wie Frankreich, die Hälfte davon ist Wüste. Der Staat galt einst als afrikanische Vorzeige-Demokratie, doch seit vielen Jahren tragen rivalisierende Bevölkerungsgruppen gewalttätige Konflikte aus. Im Norden kämpfen Separatisten und Islamisten gegen die Regierung, in Zentralmali Ackerbauer gegen Viehzüchter.
Im Rahmen internationaler Missionen sind seit 2013 auch Kontingente der Bundeswehr in Mali stationiert. Ob das Ziel dieser Missionen, eine Stabilisierung des Landes, erreicht werden kann, ist ungewiss. Beteiligungen an Militäreinsätzen sollen aber auch demonstrieren, dass Deutschland bereit ist, Verantwortung für eine friedliche Welt zu übernehmen.
Bevor Brigadegeneral Peter Mirow 2018 Force Commander der europäischen Ausbildungsmission im zentralafrikanischen Mali wurde, war er Kompaniechef auf dem Balkan, Militärbeobachter in Georgien und Bataillonskommandeur in Afghanistan. Aus erster Hand wird er über Chancen, Grenzen und Folgen des deutschen Auslandseinsatzes in Mali berichten.


Maus-Türöffnertag

Donnerstag, 03. Oktober, 10-18 Uhr

Das MHM beteiligt sich am Maus-Türöffnertag der "Sendung mit der Maus".
Wir zeigen euch, wo wir die Sachen aufbewahren, die nicht im Museum zu sehen sind.
Hinter der Holztür in einem Turm verbergen sich alte Papiere, hinter einem Metalltor große Militärfahrzeuge. Ihr könnt sehen, wie verschieden die Sachen sind, die wir sammeln und erfahren, was für Geschichten sie erzählen.

Zum Maus-Türöffnertag bieten wir:
- eine Führung im Schriftgut-Turm für Kinder ab 6 Jahren, nach Anmeldung, um 10.15 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr
- den Besuch in der Halle mit Militärtechnik für alle Maus Fans ohne Anmeldung von 10-18Uhr
- freien Eintritt ins Museum für alle Besucher von 10-18 Uhr
- Familienführungen im Museum um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr
- öffentliche Führungen in Dauer- und Sonderausstellung
- einen Bücher- und Kuchenbasar zugunsten des Bundeswehr-Sozialwerks

Anmeldung an:
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Tel: 0351 - 823 2850 / 2851


Die DDR-Spionage des BND - Von den Anfängen bis zum Mauerbau

Montag, 28. Oktober, 18 Uhr
Buchvorstellung und Podiumsgespräch

Zu Gast: Christoph Links (Verleger), Ronny Heidenreich (Autor und Historiker) und Dr. Magnus Pahl (Historiker und Kurator, MHM Dresden)
Moderation: Oberst Dr. Armin Wagner, Direktor MHM

Die DDR-Spionage gilt gemeinhin als das Aushängeschild des Bundesnachrichtendienstes. Neue Untersuchungen zeigen, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklafften. Denn nach einem kurzen Höhenflug geriet die DDR-Aufklärung des BND im Vergleich zu anderen westlichen Diensten deutlich ins Hintertreffen - schon vor dem Mauerbau. Mehr noch: Dem KGB gelang es, die BND-Berichterstattung an die Bundesregierung an entscheidenden Stellen zu manipulieren.
Der Historiker Ronny Heidenreich hat Praxis und Ertrag der Pullacher DDR-Spionage untersucht und zeigt, wie der BND seine Schwächen gegenüber der Öffentlichkeit und den eigenen Mitarbeitern mit inszenierten Erfolgen überdeckte. Seine Arbeit ist der neueste Band der Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND von 1945 bis 1968. Er wird vorgestellt und diskutiert von Christoph Links (Verleger), dem Autor und dem Historiker Dr. Magnus Pahl (MHM).


Widerstand gegen den Widerstand - Der 20. Juli 1944 im politischen Diskurs der Nachkriegszeit

Montag, 11. November, 18 Uhr
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Norbert Frei, Historiker, Universität Jena

Moderation: Oberstleutnant Dr. Thomas Vogel, Historiker, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Die gesellschaftliche Anerkennung der militärischen Verschwörung gegen Hitler war nach 1945 keine Selbstverständlichkeit. "Eidwahrer" um Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der auch nach dem Ender NS-Herrschaft vielen Deutschen als "Verräter" galt. Der Vortrag schildert den mühsamen, von politischen und juristischen Auseinandersetzungen gepflasterten Weg zur einem ehrenden Gedenken der Tat, die heute in rechtsradikalen Kreisen entweder wieder verstärkt in Frage gestellt oder -neuerdings- instrumentalisiert wird. 


Gulag: Was mein Großvater nicht erzählte...
Die Geschichte des Dresdners Helmut Weiß

Donnerstag, 5. Dezember, 18 Uhr
Eröffnung Sonderausstellung

Helmut Weiß war ein in Dresden geborener und aufgewachsener Kommunist jüdischer Herkunft. 1934 floh er vor den Nazis in die Sowjetunion, wo er 1927 aufgrund einer Deunziation in ein kasachischer Gulag deportiert wurde. Unter lebensfeindlichen Bedingungen überstand er das Lager zehn Jahre und wurde erst 1947 entlassen. Obwohl Opfer des Stalinismus, blieb er dennoch überzeugter Kommunist. 2000 starb er in Estland.
Zum ersten Mal zeigt das MHM eine biografische Ausstellung zu einem historisierten Einzelschicksal, die nicht nur die streng wissenschaftliche Seite aufgreift, sondern auch einen persönlichen Ton des Erstellers, des Enkels Helmut Weiß,  zulässt. Diese Herangehensweise bietet in der kleinen Kabinettsausstellung die Chance zur Multiperspektivität, indem sie zeigt, dass Geschichte und Geschichten stets symbiotisch verbunden sind.


"...dass der Tod kein bisschen schlimmer ist als das Leben."
Warlam Schalamow, Schreiben nach dem GULAG

Montag, 16. Dezember, 18 Uhr
Lesung und Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Franziska von Thun-Hohenstein (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) und dem Kulturjournalisten Dr. Jörg Platz (Deutschlandfunk Kultur)

Die lakonische und eindringliche Poetik seiner "Erzählungen aus Kolyma" über das Geschehen in den Zwangsarbeitslagern am Kältepol der Erde haben ihn berühmt gemacht. Der russische Dichter und Schriftsteller Warlam Schalamow (1907-1982) entnahm seinen eigenen Erfahrungen im GULAG ein neues, erschreckendes Wissen über den Menschen, das er mit Mitteln der Literatur gegen das Vergessen wachhalten wollte. Sein Werk auf eine politische Abrechnung mit dem stalinistischen Terrorsystem zu reduzieren, hieße, die philosophische Tiefe seines literarischen Nachdenkens über den Menschen zu verkennen, das auch heute kaum an Aktualität eingebüßt hat.

Eine Lesung ausgewählter Passagen wird einen Eindruck vom Werk Schalamows geben, das im Anschluss die Herausgeberin seiner deutschen Werkausgaben Franziska von Thun-Hohenstein und der Literaturkritiker Jörg Platz diskutieren.