Militär und Technologie

Der Zusammenhang zwischen militärischer und ziviler Nutzung technischer Entwicklungen ist häufig nicht bekannt. Dabei sind es oft alltägliche Gegenstände, deren militärischer Zweck bereits in der Entwicklung bedacht wurde. Neben der bewussten Zielsetzung, in der zivilen Forschung auch den militärischen Nutzen mit zu bedenken, haben viele ursprünglich militärische Entwicklungen längst ihren Weg ins zivile Leben gefunden.

Duale Nutzung (dual use)

Im Erdgeschoss des Keils wird diese Beziehung, die Vielfalt ihrer Entfaltungsmöglichkeiten und die enge Verzahnung auf fast allen Wissensgebieten verdeutlicht. Die Eieruhr, die auch in jedem Zeitzünder tickt, das Fahrrad, dessen militärische Nutzung bereits im ersten Patent mit berücksichtigt wurde, über U-Boote, repräsentiert durch das älteste erhaltene Tauchboot der Welt bis hin zur zivil wie auch militärisch genutzter Raketentechnologie – die Schnittmengen scheinen unendlich.

Medizintechnik

Auch im Bereich der Medizin gibt es vielfältige Verbindungen zwischen militärischen und zivilen Entwicklungen. Beispielhaft ist die Erforschung von Aufputsch- und Rauschmitteln der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkrieges. Im April 1940 wurden 35 Millionen Tabletten der verharmlosend als „Weckmittel“ bezeichneten Droge Pervitin von der Wehrmacht bestellt. Pervitin ähnelt dem Amphetamin Ecstasy. Ob pur, in Traubenzucker oder in Schokolade eingemischt, Pervitin unterdrückte Müdigkeit und Hunger und euphorisierte. Bomberpiloten, die bis zu 17 Stunden in der Luft sein mussten, U-Boot-Besatzungen und Kindersoldaten, die nach der Schule die Nacht über an den Flak-Geschützen standen – sie alle schluckten die „Wunderdroge“. Um die richtige Dosierung zu finden: wurden grausame Versuche an KZ-Häftlingen durchgeführt. Das Mittel wurde bei der Bundeswehr bis in die 70er Jahre, in der Nationalen Volksarmee der DDR bis 1989 für den Ernstfall eingelagert.

Interaktiver Museumsplan



Kurzinfo

  • Themenparcours
  • linker Keilflügel
  • Erdgeschoss