TERMINE DER REIHE "FILM IM GESPRÄCH"

 
„Codename Brisling“ - Die Zerstörung von Plauen 1945

Film im Gespräch
Montag, 13. Februar 2017, 18:00 Uhr

Zu Gast: Tino Peisker, Regisseur


© Tino Peisker / MPC Filmproduktion

 

Am Jahrestag der Zerstörung Dresdens richten wir den Blick über die Stadtgrenzen hinaus und betrachten das Schicksal der Stadt Plauen im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs. Bei insgesamt 14 Luftangriffen warfen alliierte Bomberverbände von September 1944 bis April 1945 pro Quadratkilometer Stadtfläche mehr Bombentonnage ab als über jeder anderen sächsischen Stadt. Am 10. April 1945 wurde die Zerstörung Plauens durch einen Flächenangriff des britischen Bomber-Command „vollendet“.
Autor und Regisseur Tino Peisker präsentiert mit „Codename Brisling 2“ eine genaue filmische Analyse dieses letzten und schwersten Angriffs auf die Stadt Plauen im April 1945. Sein Film liefert auch Antworten darauf, was Plauen zum Ziel alliierter Bomber machte. Luftkriegsexperte Jens Wehner (MHM) bettet die Zerstörung Plauens in den Kontext des Bombenkriegs gegen sächsische Städte ein und führt das anschließende Gespräch mit dem Regisseur.

 

Ort: MHM
Eintritt: frei


TATORT: „Verbrannt“ (TV-Krimi, NDR 2015, 93 Min.)
Institutioneller Rassismus in Fiktion und Realität

Film im Gespräch Spezial zur Sonderausstellung „Blutiger Boden“
Montag, 6. März, 18 Uhr

Zu Gast: Thomas Stuber (Regisseur, angefragt), Stefan Kolditz (Drehbuchautor), Christian Granderath (NDR / Leiter Fernsehfilm, Spielfilm u. Theater), Pagonis Pagonakis (Journalist und Autor) 

 

Tatort Wotan Wilke Möhring Mann Frau Ermittler
Falke (Wotan Wilke Möhring) und Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) ermitteln.
© NDR / Alexander Fischerkoesen

 

"Wir machen den Dreck weg, den ihr durchlasst," wirft der Kleinstadtpolizist dem zugereisten Bundespolizisten vor. Das Wort "Dreck" ist eine menschenverachtende Metapher: Denn auf dem Revier einer niedersächsischen Kleinstadt ist ein Flüchtling aus Mali verbrannt. Obwohl er nicht zuständig ist, übernimmt Kommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring). Der reale Fall, der diesem ungewöhnlichen "Tatort" zu Grunde lag, spielte sich bereits 2005 in Dessau in Sachsen-Anhalt ab. Dort verbrannte, fixiert auf der Liege in einer Polizeizelle, der 36-jährige Oury Jalloh, ein Asylbewerber aus Sierra Leone. Die genauen Umstände sind trotz langer Verfahren bis heute nicht restlos geklärt. 

Die Tatort-Macher lösen sich ein gutes Stück weit von der konkreten Vorlage. In nur schwer erträglichen Bildern zeigt dieser NDR-Tatort aus dem Jahr 2015 das gefährliche Gemisch aus Vorbehalten und tatsächlicher institutioneller Überforderung, die bei den Kleinstadtpolizisten zu einer gefährlichen Verschworenheit führt: Wir gegen den Rest der Welt. Mit allen Mitteln. Am Ende steht ein Phänomen, das auch die Aufklärung des NSU-Komplexes bis heute erschwert: institutioneller Rassismus.  

Im Anschluss Diskussion mit den wichtigsten Kreativköpfen der Produktion und dem Journalisten Pagonis Pagonakis, der den realen Fall um den aus Sierra Leone stammenden Asylbewerber Oury Jalloh und die bis heute gescheiterten Aufklärungsversuche fast von Anfang an begleitet hat. Er berichtet zum aktuellen Stand des Falles.

Einlass ab 17 Uhr, Beginn 18 Uhr.
Am Tag der Veranstaltung bleiben unsere Ausstellungen ab 16 Uhr geschlossen.


 "Der Staat gegen Fritz Bauer" (D 2015, 105 Min., Regie: Lars Kraume)

Film im Gespräch zur Sonderausstellung "Fritz Bauer"
Mittwoch, 24. April, 18 Uhr

Zu Gast: Gerhard Wiese, Generalstaatsanwalt a.D.


Deutschland 1957. Während die junge Bundesrepublik die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaussner) unermüdlich dafür, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu stellen: Er erhält den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Roland Zehrfeld) beginnt Bauer zu recherchieren. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise.  

Regisseur und Grimme-Preisträger Lars Kraume („Die kommenden Tage“) zeichnet das kraftvolle und fesselnde Porträt eines mutigen Mannes und dessen Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit. Im Anschluss an die Filmvorführung steht der ehemalige Generalstaatsanwalt Gerhard Wiese zu einem Gespräch zur Verfügung. Er erarbeitete zusammen mit Fritz Bauer die Klageschriften in den Auschwitz-Prozessen.