VERANSTALTUNGEN DER REIHE "FORUM MUSEUM"


 NSU-Prozess und Auschwitz-Prozess: Was können Strafprozesse für historische Aufklärung leisten?

Forum Museum zu den Sonderausstellungen „Blutiger Boden“ und „Fritz Bauer“
Montag, 20. März, 18 Uhr

 Zu Gast: Werner Renz (Historiker), Heike Kleffner (Journalistin, Autorin) und Annette Ramelsberger (Journalistin, Prozessbeobachterin NSU-Prozess) 

 

Strafprozess Gerichtssaal Richterin Gesetzesbücher
© picture alliance / dpa / Fotograf: Uwe Anspach

Seit fast vier Jahren läuft der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier weitere mutmaßliche Unterstützer des NSU. Während es dem Gericht in erster Linie um die individuelle Schuld der Angeklagten geht, erwarten Nebenkläger und weite Teile der Öffentlichkeit eine weitreichende Aufklärung der rechtsextremen Abgründe in unserem Land. Was aber kann ein Strafprozess tatsächlich für eine historische Aufklärungsarbeit leisten?
Das Beispiel der Frankfurter Auschwitzprozesse in den 1960er Jahren und seine Rolle im Erinnerungsdiskurs zum Holocaust beleuchtet der Historiker Werner Renz, langjähriger Mitarbeiter des Fritz-Bauer-Instituts. Die Journalistin Heike Kleffner beobachtet seit Jahren Untersuchungsausschüsse und den Prozess zum NSU-Komplex. Die Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger hat den NSU Prozess von Beginn an begleitet. Sie berichtet über ihre mehrjährige Konfrontation mit Tätern und ihrem Umfeld und den mühsamen Weg der juristischen Aufarbeitung eines dreizehnjährigen Mordzuges durch unsere Gegenwart.

 

Ort: MHM
Eintritt: frei


 

Vom Recht auf Widerstand
Ein Widerspruch von Bundesrichter Thomas Fischer

Forum Museum zu der Sonderausstellung "Fritz Bauer" in Kooperation mit der ZEIT
Montag, 03. April 2017, 18 Uhr

Einige Mitglieder der AfD und Mitmarschierer von Pegida nehmen ein Widerstandsrecht gegen die Herrschenden für sich in Anspruch. Sie beziehen sich ausgesprochen oder unausgesprochen auf das Urteil in einem Prozess aus dem Jahre 1952, dem sogenannten Remer-Prozess. In dessen Begründung wurden die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 posthum als Widerstandskämpfer gegen einen Unrechtsstaat rehabilitiert.
Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof und bekannt für seine scharfsinnigen Rechtskolumnen, beleuchtet in seinem Widerspruch scheinbare Parallelen zwischen Rechtspopulisten und Hitler-Attentätern, zwischen Diktatur und Großer Koalition. Anschließend stellt er sich den Fragen und Anmerkungen des Publikums.

Moderation: Martin Machowecz, Redakteur der ZEIT im Osten
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr und der ZEIT 

Ort: MHM
Eintritt: frei

Einlass ab 17 Uhr
Am Tag der Veranstaltung bleiben unsere Ausstellungen ab 16 Uhr geschlossen.