"Der Führer Adolf Hitler ist tot."
Attentat und Staatsstreichversuch am 20. Juli 1944.
Eine Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr zum zivil-militärischen Widerstand gegen das NS-Regime

5. Juli - 3. Dezember 2019

Vom 28. November - 3. Dezember verlängerte Öffnungszeiten bis 21 Uhr!

 
Am 20. Juli 1944 erfolgte ein Sprengstoffattentat auf Hitler. Der Oberst i.G. Claus Graf Schenk von Stauffenberg wollte den Diktator in der Lagebaracke im Führerhauptquartier „Wolfschanze“ töten. Das Attentat sollte die Initialzündung für einen Staatsstreich (Deckname „Walküre“) bilden, mit dem eine Gruppe oppositioneller Militärs und Zivilisten das NS-Unrechtsregime zu beseitigen trachtete. Mit der Nachricht „Der Führer Adolf Hitler ist tot“ versuchten sie sich nach dem Attentat ausreichende Gefolgschaft im deutschen Machtbereich zu sichern. Doch Hitler überlebte und holte zum Gegenschlag aus. Der Umsturz scheiterte. Stauffenberg und vier seiner Mitverschörer wurden noch in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli erschossen. Viele weitere Hinrichtungen folgten.

Bis heute nehmen Stauffenberg und das misslungene Attentat auf Hitler einen festen Platz in der deutschen Erinnerungskultur ein. Zuletzt machte der Hollywood-Film „Operation Walküre“ (2008) mit Tom Cruise in der Hauptrolle erneut auf die Ereignisse aufmerksam. Eher im Dunklen blieb dagegen die Vorgeschichte des „20. Juli“, die 1938 mit ersten Planungen für einen Staatsstreich einsetzt.

Am 4. Juli 2019 eröffnet das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHMBw) eine Sonderausstellung zum Thema. Ausstellungsmacher ist Dr. Magnus Pahl, der im MHMBw zuletzt die Sonderausstellung „Achtung Spione! Geheimdienste in Deutschland von 1945 bis 1956“ kuratiert hat.

Den Kern der Ausstellung bilden 22 Plakate. Sie wollen die wesentlichen Fakten zu Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Attentats sowie die Rezeptionsgeschichte vermitteln. Davon stellen 14 Plakate wichtige Akteure des zivil-militärischen Widerstandes und ihre Beweggründe vor, die sie in die Opposition gegen das NS-Regime geführt haben. Der Plakatsatz der Ausstellung wird Dienststellen der Bundeswehr zur Unterrichtung und Information der Soldatinnen und Soldaten sowie der zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seitens des MHMBw zur Verfügung gestellt.

In der Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums vom 4. Juli bis zum 3. Dezember 2019 werden die Besucher zudem in einer raumgreifenden Fotocollage zunächst in das Jahr 1944 zurückversetzt. Sie gewinnen so einen Eindruck von der militärischen, gesellschaftlichen und politischen Lage des Deutschen Reiches im vorletzten Kriegsjahr. Bisher nicht öffentlich gezeigte Exponate ermöglichen einen unmittelbaren Zugang in die Gedankenwelt der Verschwörer. Das herausragende Exponat der Ausstellung ist ein Filmrequisit: die für „Operation Walküre“ angefertigte Kulisse des Besprechungsraumes der Lagebaracke. Eins zu eins wie bei den Dreharbeiten eingerichtet und ausgeleuchtet, vermag man hautnah die Situation kurz vor der Detonation von Stauffenbergs Bombe zu erfahren.